|
|
Nun
ist die Zeit der toten Gänse,
die man in solchen Mengen brät,
als habe man sie mit der Sense geköpft,
zerlegt und abgemäht.
Zumeist geliefert aus dem Osten
mit Innereien, Hals und Haut.
Die lassen lieber wir was kosten,
als dass man uns das Auto klaut.
Wir,
von den Alpen bis zur Küste,
sind froh, wenn sie im Ofen schmurgeln.
Viel lieber noch die zarten Brüste
als Flügel, Füße, Herz und Gurgeln.
Sankt
Martin sei von uns gepriesen,
auf den man das Gemetzel schiebt,
denn gern vergessen wir die Miesen,
wenn man ein gutes Essen liebt.
Mit
Rotkohl, Äpfeln und Maronen,
zuweilen gar mit Marzipan,
muss niemand seinen Magen schonen,
denn eine Gans ist ja kein Schwan.
Solange
man den Flattermännern
nicht selbst den Hals verdrehen muss,
gilt eine Gans bei allen Kennern
als ausgemachter Hochgenuss.
So
lasst uns denn den Vogel munden
- er glänzt im sanften Lichterschein -
und in beglückten Plauderstunden
gesellig froh zusammen sein.
(Trutzhart Irle)
Ende Seite: Gedichte aller Art /Gemischte Gedichte