Gedichte aller Art /Gemischte Gedichte

- Eingesendete Gedichte -

 

Der Geisterfahrer
(Eine moderne Fassung von "Der Erlkönig")

Wer fährt so spät bei Nacht und Wind?
Es ist der Geisterfahrer mit seinem Kind.
Er überholt den Verkehr mal rechts mal links,
er sagte zum Knaben: „S’war knapp, aber so ging’s.“

„Mein Vater, was birgst du so bang dein Gesicht?“
„Siehst lieber Sohn, du den Erlkönig nicht?
Den Erlkönig mit Kron’ und Schweife?“
„Oh, Vater es ist eine Polizeidienststreife.“

Der Vater gibt Gas, es quietschen die Reifen,
hinterm Lenkrad beginnt er fröhlich zu pfeifen
Söhnchen ist fertig, er braucht ’ne Kamille
Väterchen fährt gut - trotz knapp zwei Promille.

„Die Bullen sind weg, das ging noch mal gut.“
„Vater, ’hast Recht und zwar absolut.“
Die Bahn ist zu Ende, der Vater gibt Gas
Das Kind, das versteckt sich, der Vater hat Spaß.

„Mein lieber Mann kommst du mit mir?
Ganz schöne Schnäpse trink ich mit dir!
Mir gehört die ganze Welt,
wenn du mitkommst, bekommst du viel Geld.“

„Mein Sohn, mein Sohn das ist wie im Traum!“
„Mein Vater, ganz doll, doch da vorn’ kommt ein Baum!“
Es rummst, es kracht, der Sohn kriegt ’nen Schreck,
dem Vater geht’s gut, im Airbag er steckt.

Der Sohn er zieht, es geschieht ihm nicht Recht
der Vater er schiebt, es wird ihm ganz schlecht.
Sie erreichen den Hof mit Mühe und Not,
das Auto ist Schrott, die Mutter sieht rot.


(Ursprungstext von: Johann Wolfgang von Goethe
abgeänderte Form von: Jan Adam)

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